Mo
15
Jun
2009
Am vergangenen Wochenende war ich am BarCamp Vienna. Genauer gesagt war ich nur am Samstag, den 13. Juni 2009, dort. Das Wetter war viiiel zu schön, um voll konzentriert den vielen Inputs zu lauschen, und die Terasse der MODUL University Vienna am Kahlenberg zu verlockend zum Tratschen und ein bisserl Trägesein.
Also habe ich zwar informell so manche Neuigkeiten erfahren, zum Beispiel über die Grünen Vorwahlen. Von den zahlreichen Sessions habe ich mir aber nur einige wenige gegeben. Zum Glück gibts einen guten Überblick der Präsentationen im BarCamp Wiki, wo ich so manches noch nachlesen muss.
Für meinen Geschmack war der Samstag eine Spur zu technisch angehaucht. Der Sonntag sei dafür viel diskursiver gewesen, wie ich in Robert Lenders Nur ein Blog übers BarCamp Vienna - der zweite Tag lese. Jetzt tuts mir leid, dass ich mich nicht aufraffen konnte. Ich hab mir dennoch wieder einiges von dieser Unkonferenz mitnehmen können, beispielsweise:
Politik 2.0 ist ein starkes und weiterhin höchst reflexionswürdiges Thema. Das zeigte die Präsentation von Dieter Zirnig zum waljournal. Damit verbunden war auch die komplizierte Diskussion, wer denn nun die Qualität der politischen Berichterstattung im Web 2.0 sicherstellt. Ein Punkt, über den in den letzten Jahren ja schon sehr viel gesagt wurde, der aber noch lange nicht abgehakt sein dürfte. Stichwort: Blogosphäre versus Journalismus.
Ethik, Zensur und Selbstkontrolle im Internet sind eine emotionalisierende, bewegende Angelegenheit, wie die Session zum Österreichischen Internetrat (ÖIR) veranschaulichte. Eine Aktion, die für manche die Frage aufwirft, wann sich der Spaß aufhört. Ich persönlich befinde den Internetrat (und ähnliche mittlerweile gegründete Gremien) für höchst notwendig und plädiere an die Proponent_innen, das ernsthaft zu einem Live Kabarett auszubauen. Stichwort: Einnahmequelle für die Organisationsarbeit.
Neue Anbahnungsversuche
Das Outernet ist weiter im Vormasch. Mensch und Technik verschmelzen im Alltag, Kulturtechniken verändern sich. Beispiel dafür ist Poken, ein Spielzeug für Geeks, welches Kontaktdaten der Besitzer über Nahbereichsfunk austauscht.
Vielleicht werden wir uns beim nächsten BarCamp nur mehr tief in die Augen sehen oder die Hände schütteln, um uns gegenseitig unsere Profile auf Facebook, Twitter und Co. zu senden. Nur so zu plaudern und ein paar befreundete Internetidentitäten im echten Leben kennenzulernen, war aber auch schön. Stichwort: Ein großes Dankschön an die Organisator_innen und alle die mitgewirkt haben, dass ich bei diesem BarCamp Vienna wieder was Spannendes entdecken durfte.
PS: Meine Fotos vom BarCamp Vienna auf Flickr.
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